Foto: Benjamin Lenz

1. Mannschaft

WSV vergibt Sieg in letzter Minute

Samstag, 13.08.2022 16:21 Uhr | Daniela Ullrich

Der Wuppertaler SV verspielt einen Sieg am Bocholter Hünting, gibt die Führung im letzen Moment aus der Hand und muss sich mit einem 2:2 begnügen. Für Rot-Blau konnten sich Kevin Hagemann (6.) und Moritz Montag (42.) in die Torschützenliste eintragen. 

Im zweiten Durchgang wurde dann Bocholt aktiver

Foto: Benjamin Lenz

Nach der Pause blieb Durim Berisha dann draußen, für ihn neu im Spiel war Philipp Hanke, für den Moritz Montag auf die rechte Seite wechselte. Bocholt legte gleich mit viel Tempo los, war dann aber im Strafraum des WSV etwas übermotiviert. Nach einem Zusammenstoß mit Jeffrey Obst blieb Nick Galle zunächst am Boden liegen. Der Schiedsrichter konnte die folgende Rudelbildung um den WSV-Verteidiger schnell auflösen, zeigte in der Folge Obst und Montag Gelb. 

Mit einem guten Gegenpressing konnte der WSV die Hausherren Beginn des zweiten Durchgangs in Schach halten. Angriffe versandeten bereits im Mittelfeld, nur selten schafften es die Bocholter in den gegnerischen Strafraum. Die erste gute Torchance hatte dementsprechend auch Rot-Blau: Kevin Hagemann war in der 56. Minute von Stiepermann per Hacke bedient worden, pöhlte den Ball aber aus elf Metern von halbrechts über das Tor.

Auf der Gegenseite spielte sich schließlich der erfahrene Marcel Platzek durch das Mittelfeld, legte nach linksaußen auf Nnaji ab, der verzieht von links aber, so dass der Ball weit auf der rechten Seite am Kasten von Sebastian Patzler vorbeizog.  In der Folge ließ der WSV den Gastgebern Raum. Doch das Team von Interimstrainer Marcus John nutzte selbigen nicht. Auch wenn der eingewechselte Kento Wakamiya einiges an Quirligkeit mit in die Partie brachte. 

Ein Fehler von Sebastian Patzler brauchte es dann aber, damit der starke Fahkro nach Wakamiyas Vorlage zum Anschlusstreffer für Bocholt einnetzen konnte (68.). Nur noch 1:2. Der WSV musste wieder um die drei Punkt zittern, die bis dahin aufgrund der überlegenen Spielweise doch so sicher schienen. Bocholt machte nun Druck, wovon sich der zehn Minuten zuvor eingewechselte Salau auch zu dem ein oder anderen Fehler zwang, die aber zum Glück allesamt ohne Folgen blieben. 

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Am vierten Spieltag der Regionalliga-West traf das Team von Chefcoach Björn Mehnert am Bocholter Hünting auf den 1. FC Bocholt, der nach drei Niederlagen in Folge zum Auftakt erst wenige Tage vor der Partie gegen den WSV Aufstiegstrainer Jan Winking entlassen hatte. Für ihn übernahm mit Marcus John der Sportliche Leiter als Interimscoach.

Da auch der Wuppertaler SV mit seiner Ausbeute von lediglich vier Zählern nach drei Saisonspielen nicht zufrieden sein konnte, setzte WSV-Chefcoach im Gegensatz zum Unentschieden gegen den SC Wiedenbrück auf eine veränderte Startformation. So bildeten Durim Berisha, Jeron Al-Hazaimeh und Justus Henke sowie Nick Galle und Moritz Montag die Defensive. Philipp Hanke und Lion Schweers mussten zunächst mit der Ersatzbank Vorlieb nehmen.

Im Mittelfeld durfte Leistungsträger Kevin Rodrigues Pires erneut von Beginn an ran, ebenso Bastian Müller und Marco Stiepermann. Offensiv mit einem weiteren Startelf-Einsatz: Valdet Rama, der in Wattenscheid und auch gegen Wiedenbrück hatte überzeugen können. Doch statt mit einem der bisher gesetzten nominellen Stürmer in die Partie zu gehen, setzte Mehnert mit Kevin Hagemann auf einen neuen Impuls im Sturm. Im Tor schenkte der Cheftrainer Kapitän Sebastian Patzler wenig überraschend das Vertrauen.

Bei den Gastgebern im Tor ein Mann mit WSV-Vergangenheit: Sebastian Wickl hatte von 2016 bis 2019 dreieinhalb Jahre für Rot-Blau gespielt. Isaak Akritidis war in der Sommerpause nach Bocholt gewechselt, gegen den WSV hatte Marcus John ihn jedoch nicht von Beginn an gebracht.

Bocholt in weißen Trikots mit dem Anstoß und auch dem ersten Angriff, doch weder eine von der linken Seite in den Strafraum gechippte Flanke noch einen Distanzschuss aus der zweiten Reihe konnte die Bocholter Offensive gefährlich auf das WSV-Tor bringen.

Im Gegenzug brauchte der in rot-blau spielende WSV zwar knappe sechs Minuten, um erstmals in den gegnerischen Strafraum vorzudringen, dort sollte sich dann allerdings herausstellen, dass die Wahl von Kevin Hagemann eine gute war: Nach Flanke von Berisha ist Hagemann zu schnell für seinen Gegenspieler und kann den Ball durch die Beine von Wickl ins Bocholter Tor befördern.

Schrecksekunde dann in der 13. Minute: Nachdem Al-Hazaimeh eine Ecke mit dem Kopf zu einer weiteren Ecke geklärt hatte, prallte der Ball beim nächsten Versuch der Hausherren an Al-Hazaimehs Rücken ab und ermöglichte so Fakhro beinahe das 1:1. Glück für den WSV in dieser Situation.

Keine drei Minuten später prüfte Bocholt Sebastian Patzler erstmals ernsthaft: Völlig freistehend hatte Malek Fahkro aus zehn Metern abziehen könnte. Aber der WSV-Kapitän war auf dem Posten und klärte mit einer starken Parade zur Ecke.

Nach den ersten 25 Minuten gab es bei Temperaturen um die 32 Grad die erste Trinkpause. Danach fanden beide Teams nicht sofort wieder in das zuvor schnelle Spiel. Der WSV war es dann, der als Erster wieder zumindest den Weg in den Strafraum der Hausherren gefunden hatte - allerdings nicht regelkonform, so dass der Schiedsrichter-Assistent die Abseitsfahne in die Höhe reckte. 

Einen Angriff der Bocholter konnte in der Folge Durim Berisha ebenfalls nicht regelkonform unterbinden, so dass der WSV-Verteidiger nach einer knappen halben Stunde Gelb sah.

Der WSV machte es bis dahin gut und führte zurecht in einer Partie, in der das Team von Björn Mehnert früh presste und die Bocholter so zu Fehlern zwang.

Sebastian Wickl hatte denn auch immer wieder gut zu tun, denn Rot-Blau schaffte es immer wieder die beiden Vierer-Abwehrriegel vor ihm aufzubrechen und gefährlich vor dem Tor der Bocholter aufzutauchen. Ohne die gute Leistung ihres Keepers hätte das Team von Marcus John sich nicht darüber beschweren können, hätte der WSV zu diesem Zeitpunkt bereits höher geführt.

Bis zum Halbzeitpfiff des bis dahin gut agierenden Schiedsrichters flachte das Spiel ein wenig ab. Dennoch blieb der WSV die agilere Mannschaft. Und auch wenn das Passspiel zu diesem Zeitpunkt aus WSV-Sicht ein wenig zu wünschen übrig ließ, konnten sich die knapp 150 mitgereisten WSV-Fans noch vor dem Seitenwechsel über das 0:2 freuen. Nach einer Flanke von Galle von links kann Moritz Montag im Zentrum des Strafraums zum 2:0 einschieben (42.). 

Foto: Benjamin Lenz

Offensiv brachte WSV-Cheftrainer Mehnert dann eine frische Kraft: Roman Prokoph ersetzte für die letzte Viertelstunde Valdet Rama. Ein richtiger Spielfluss wollte nach diesem Wechsel nicht mehr zustandekommen. Doch auch mit den zahlreichen Standards hatte der WSV kein Glück mehr. 

Auch auf der Gegenseite fehlte das nötige Spielglück: Nur knapp geht der Abschluss von Kevin Grund nach Zuspiel von Andre Bugla am Tor des WSV vorbei (81.). Die Abwehr des WSV sah in dieser Situation aber auch gar nicht gut aus. Wiederum glücklich für Rot-Blau, dass die Gastgeber in den letzten Spielminuten einige Standards zunächst nicht für sich zu nutzen wussten. Die offizielle Spielzeit war bereits abgelaufen, als Bocholt noch mehrfach gefährlich vor den Kasten von Sebastian Patzler auftauchte. Mit der letzten Aktion des Spiels musste der WSV dann den Ausgleich hinnehmen. Einen langen Ball in den Strafraum konnte der WSV am Ende nicht klären, so dass Marvin Lorch sich und sein Team für die starke zweite Hälfte mit dem Ausgleich belohnen konnte. 

Bocholt: 13 Sebastian Wickl, 17 Jeffrey Obst - 26 Leander Goralski - 24 Arman Corovic - 16 Marko Stojanov (86. Bleker), 25 Marvin Lorch - 7 Florian Abel - 33 Kevin Grund - 27 Robert Tochukwu Nnaji (60. Wakamiya), 9 Malek Fakhro (74. Bugla) - 31 Marcel Platzek.

WSV: 1 Sebastian Patzler, 4 Justus Henke - 30 Jeron Al-Hazaimeh - 22 Durim Berisha (45. Hanke), 24 Moritz Montag - 3 Nick Galle (62. Salau), 10 Kevin Rodrigues Pires (87. D Hone) - 23 Bastian Müller - 5 Marco Stiepermann, 7 Valdet Rama (76. Prokoph) - 9 Kevin Hagemann

1. FC Bocholt

1. Mannschaft

2:2 (0:2)

Wuppertaler SV

1. Mannschaft

Tore: 6. Kevin Hagemann, 42. Moritz Montag, 68. Malek Fakhro, 95. Jeffrey Obst,
Karten: 28. 22Durim Berisha, 49. 23Bastian Müller, 51. 2Moritz Montag, 51. 17Jeffrey Obst, 86. 33Kevin Grund, 92. 25Marvin Lorch,